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«Um die zukünftigen Mobilitäts-Herausforderungen zu meistern, braucht es den Durchgangsbahnhof und den Zimmerberg-Basistunnel 2»

Eine schnelle und zuverlässige öV-Verbindung ist für den Wirtschaftsstandort Zentralschweiz unerlässlich, sagt Eugen Elmiger, CEO der maxon motor ag, die mit rund 1'200 Beschäftigten die grösste Arbeitgeberin im Kanton Obwalden ist. Im Interview erklärt er, warum der Durchgangsbahnhof und der Zimmerberg-Basistunnel 2 unbedingt im Ausbauschritt 2030/35 realisiert werden müssen.

Herr Elmiger, Sie sind CEO der maxon motor ag. Mit rund 1'200 Beschäftigen sind Sie der grösste Arbeitgeber im Kanton Obwalden. Wieso ist für Ihr Unternehmen ein attraktiver öffentlicher Verkehr wichtig?
Der Hauptsitz der maxon motor ag liegt idyllisch am Sarnersee, ausserhalb von Sachseln, für die meisten unserer Mitarbeitenden also nicht gerade in Fussdistanz. Wenn da alle mit dem Auto kommen würden, gäbe es einen Verkehrskollaps. Deshalb versuchen wir so viele wie möglich zu motivieren, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Wir haben uns erfolgreich für eine eigene S-Bahn-Haltestelle eingesetzt, die seit 2005 in Betrieb ist und im Halbstundentakt bedient wird. Wer ein Jahresabonnement kauft, wir zudem von uns finanziell unterstützt. 

Mit dem Durchgangsbahnhof Luzern und dem Zimmerberg-Basistunnel 2 hat die Zentralschweiz gleich zwei Mobilitätsprojekte am Start. Was bringen die Projekte der Zentralschweizer Wirtschaft?
Viele unserer Kunden reisen mit dem Flugzeug nach Zürich und von da weiter mit dem Zug. So geht es wohl den meisten Unternehmen in der Zentralschweiz, weshalb eine schnelle und zuverlässige Verbindung unerlässlich für unseren Wirtschaftsstandort ist. Darüber hinaus befinden sich viele hochspezialisierte Unternehmen in der Zentralschweiz, die auf Fachkräfte angewiesen sind, die man nicht immer im Nachbardorf findet. Für solche Leute wird der Arbeitsmarkt Zentralschweiz durch eine gute öV-Anbindung stark aufgewertet. Und dann nimmt der Pendlerverkehr generell seit Jahren zu – auf den Strassen und den Gleisen. Es braucht zwingend wegweisende Projekte wie den Durchgangsbahnhof und den Zimmerberg-Basistunnel 2, um unsere Mobilitäts-Herausforderungen zu meistern. 

Demnächst berät das Bundesparlament über den Bahnausbauschritt 2030/35. Dabei entscheidet sich auch, wie es mit dem Durchgangsbahnhof und dem Zimmerberg-Basistunnel 2 weitergeht. Wie lautet Ihr Wunsch an die Politik?
Die Politiker sollen die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Zentralschweiz erkennen und entsprechend handeln. Denn die Schweiz besteht nicht nur aus Zürich. Wenn wir die ökologischen und ökonomischen Herausforderungen der Zukunft meistern und die Zentralschweiz voranbringen wollen, braucht es mutige Lösungen. Keine Aufschiebungen und keine Flickwerke. Die beiden Infrastrukturprojekte müssen unbedingt im Ausbauschritt 2030/35 realisiert werden. 

Über Eugen Elmiger
Eugen Elmiger ist CEO beim Obwaldner Antriebsspezialisten maxon motor. Er hat ursprünglich Elektrotechnik am Abendtechnikum Horw studiert und danach Weiterbildungen an der Universität St. Gallen sowie an der Stanford Business School absolviert. Nach verschiedenen Stationen im Business Development und internationalen Verkauf ist er 1991 zu maxon motor gekommen. Dort hat er den Auf- und Ausbau des Verkaufsnetzwerks in Asien vorangetrieben. Seit 2006 sitzt er in der Geschäftsleitung von maxon motor, und seit Januar 2011 ist er CEO des Unternehmens.