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«Hartnäckigkeit lohnt sich»

Ende Juni tritt der Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng zurück. In seiner achtjährigen Amtszeit hat er sich massgeblich für den Durchgangsbahnhof eingesetzt. Mit dem am 4. Juni vom Parlament beschlossenen Ausbauschritt 2035 ist für den Durchgangsbahnhof ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, wie Robert Küng im Interview erklärt. Er ist zuversichtlich, dass die Projektierung des Durchgangsbahnhofs nun zügig vorangetrieben werden kann und dass das Ziel der Inbetriebnahme ab 2040 damit immer näher rückt.

Herr Küng, in wenigen Tagen treten Sie nach acht Jahren als Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor des Kantons Luzern ab. Als Abschiedsgeschenk sozusagen hat Anfang Juni das eidgenössische Parlament den Ausbauschritt 2035 beschlossen – der Durchgangsbahnhof kann nun projektiert werden. Sind Sie zufrieden?
Ja, sehr. Zusammen mit den Zentralschweizer Kantonen haben wir uns in den vergangenen Monaten bei den National- und Ständeräten für die Aufnahme des Durchgangsbahnhofs im Ausbauschritt 2035 eingesetzt, da dieser in der Botschaft des Bundesrates ursprünglich nicht enthalten war. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht und wir haben nun die von uns geforderte hohe Verbindlichkeit erhalten, dass der Durchgangsbahnhof nach der Projektierung auch realisiert werden kann, womit die Zielsetzung der Inbetriebnahme ab 2040 immer wahrscheinlich wird.

Sie haben sich während Ihrer Zeit als Regierungsrat stark für den Durchgangsbahnhof eingesetzt. Was war die grösste persönliche Herausforderung in Sachen Durchgangsbahnhof in den letzten acht Jahren?
In meiner Zeit als Regierungsrat habe ich immer darauf beharrt, dass der Durchgangsbahnhof auf der Traktandenliste bleibt und ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit thematisiert. Dass einem dabei die Energie nicht aus- oder die Motivation verloren geht, war durchaus eine Herausforderung.  

Ist der Durchgangsbahnhof nun in trockenen Tüchern oder könnte es doch noch passieren, dass es zu Verzögerungen kommt?
Wir gehen davon aus, dass die Planung rund sieben Jahre in Anspruch nehmen wird. Der nächste Ausbauschritt wiederum wird in voraussichtlich sechs Jahren im Parlament behandelt – das Bau- und Auflageprojekt des Durchgangsbahnhofs sollte zu diesem Zeitpunkt soweit vorangeschritten sein, dass das Plangenehmigungsverfahren in Angriff genommen werden kann und der Durchgangsbahnhof folglich als zu realisierendes Projekt im Ausbauschritt aufgenommen wird. Natürlich können immer noch Vorkommnisse, die nicht voraussehbar sind, zu Verzögerungen führen – ich bin aber zuversichtlich, dass der angestrebte Zeitplan eingehalten werden kann. 

Die Planung eines solchen Grossprojekts betriff verschiedenste Partner. Wie stellt man bei einem so grossen Projekt sicher, dass die Planung koordiniert abläuft?
Um dies sicherzustellen, haben am 3. Juni alle am Durchgangsbahnhof beteiligten Partner – das Bundesamt für Verkehr (BAV), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden, die Stadt Luzern, der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und die Zentralbahn – eine Knotenorganisation gegründet. Die Knotenorganisation koordiniert sämtliche Projekte und Themen, die im direkten Einflussfeld des Durchgangsbahnhofs stehen und von den jeweiligen Partnern umgesetzt und behandelt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Planung des Durchgangsbahnhofs zügig vorangetrieben wird, sodass mit dem nächsten Ausbauschritt die Realisierung in Angriff genommen werden kann.

Über Robert Küng
Robert Küng ist seit 2011 Luzerner Regierungsrat und Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements. Nach achtjähriger Amtszeit tritt er per Ende Juni 2019 zurück. Vor seiner Zeit als Regierungsrat sass er vier Jahre lang im Kantonsrat und war zwischen 2000 und 2011 Stadtpräsident von Willisau.