Aktuell

«Der Durchgangsbahnhof und der Zimmerberg-Basistunnel 2 gehören unbedingt in den nächsten Bahn-Ausbauschritt»

Ohne den Durchgangsbahnhof Luzern und den Zimmerberg-Basistunnel 2 können die dringend notwendigen Kapazitätserweiterungen für den öV nicht realisiert werden, sagt Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. Im Interview erklärt die Verkehrspolitikerin, warum die beiden Projekte in den Ausbauschritt 2035 gehören.

Frau Birrer-Heimo, als Verkehrspolitikerin engagieren Sie sich seit Jahren für den Durchgangsbahnhof Luzern. Weshalb?
Vereinfacht gesagt: Der Förderung des öffentlichen Verkehrs gehört die Zukunft. In der Stadt und Agglomeration Luzern erleben wir wegen des motorisierten Individualverkehrs fast täglich einen Verkehrskollaps. Auch wenn das so nicht überall anerkannt wird, sind Luzern und die Zentralschweiz ausserdem wichtige Verkehrsknotenpunkte, nur schon wegen der geografischen Lage im Herzen der Schweiz. Der Durchgangsbahnhof beseitigt die bestehenden Kapazitätsengpässe und sorgt für zusätzliche, schnellere und neue Verbindungen – davon profitiert nicht nur Luzern, sondern der ganze Wirtschafts- und Tourismusstandort Zentralschweiz. 

Der Durchgangsbahnhof und der Zimmerberg-Basistunnel 2 ergänzen sich optimal. Was bringen die beiden Projekte der Region? Was bringen sie der Schweiz?
Für Pendlerinnen und Pendler würde sich die Situation in der Region erheblich verbessern. Deutlich mehr Züge und kürzere Fahrzeiten wären die begrüssenswerten Resultate der beiden Projekte. Ausserdem entlasten sie den stark frequentieren HB Zürich. Weiter wäre der Anschluss ans internationale Hochgeschwindigkeitsnetz deutlich verbessert, etwa mit einem Halbstundentakt zwischen Luzern und Basel.

Wie sieht unsere öV-Mobilität in, sagen wir, 30 Jahren aus – ohne die beiden Projekte?
Ich bin keine Prophetin... und den Teufel male ich nicht an die Wand. Wahrscheinlich, so hoffe ich, besser als heute, auch dank des technologischen Fortschritts. Aber ohne die beiden Projekte können die dringend notwendigen Kapazitätserweiterungen für den öV nicht realisiert werden. Sie gehören unbedingt in den nächsten Bahn-Ausbauschritt!

Über Prisca Birrer-Heimo
Prisca Birrer-Heimo ist seit 2010 Nationalrätin (SP/LU) und seit 2011 Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Die studierte Wirtschaftsingenieurin ist im Nationalrat Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben und der Geschäftsprüfungskommission. Von 1995 bis 2005 war sie Grossrätin im Kanton Luzern, von 2007 bis 2014 Finanzvorsteherin im Gemeinderat von Rothenburg. Prisca Birrer-Heimo ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.