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«Der Durchgangsbahnhof Luzern ist für die Zentralbahn von grosser Bedeutung»

Jährlich transportiert die Zentralbahn rund 10 Millionen Passagiere, Tendenz steigend. Die Realisierung des Durchgangsbahnhofs eröffnet der Zentralbahn neue Möglichkeiten, wie Michael Schürch, Geschäftsführer der Zentralbahn im Interview erklärt. Dank der Verlegung von mehreren Verbindungen ins Untergeschoss werden zukünftig Gleise unter der Bahnhofskuppel frei, womit die Zentralbahn ihr Fahrplanangebot weiter erhöhen kann. Eine zeitnahe Umsetzung des Durchgangsbahnhofs ist für Michael Schürch deshalb zentral.

Herr Schürch, Sie sind Geschäftsführer der Zentralbahn. Jährlich transportiert Ihr Unternehmen rund 10 Millionen Passagiere. Wie wird sich der öV Ihrer Meinung nach in den nächsten 30 Jahren weiterentwickeln?
Gemäss den offiziellen Verkehrsprognosen des Bundes wächst der öV bis 2040 um über 50 Prozent an. Dies wird sowohl den Pendler- als auch den Freizeitverkehr betreffen. Bei der Zentralbahn wird auch im Bereich Tourismus weiterhin ein Wachstum erwartet. Ein Ausbau des Knotens Luzern ist deshalb unumgänglich.

Wie wichtig ist der Durchgangsbahnhof für die Entwicklung des öV und für die Zentralbahn im Speziellen?
Der Durchgangsbahnhof Luzern ist für den Ausbau der Kapazität der einzige sinnvolle Befreiungsschlag. Mit der Verlegung von mehreren Verbindungen in das Untergeschoss eröffnen sich für die Zentralbahn Optionen, zukünftig mehr Gleis unter der Bahnhofskuppel zu nutzen und somit das Fahrplanangebot zu erhöhen und mehr Züge zu fahren. Die Gleise müssten natürlich zuerst für die Meterspur umgebaut werden.

Zurzeit berät das Bundesparlament über den Bahnausbauschritt 2035. Dabei entscheidet sich auch, wie es mit dem Durchgangsbahnhof und dem Zimmerberg-Basistunnel 2 weitergeht. Welche Erwartungen haben Sie an das Parlament?
Die Parlamentarier sollen die Realisierung des Zimmerberg-Basistunnel 2 beschliessen und die Planungsmittel für den Durchgangsbahnhof freigeben. Nur so kann die Projektierung weiter vorangetrieben werden. Die Realisierung des Durchgangsbahnhofs wird wohl erst in einem Ausbauschritt 2040/45 beschlossen.

Über Michael Schürch
Michael Schürch ist Geschäftsführer der Zentralbahn mit Wohnsitz in Nottwil, verheiratet und Vater zweier Kinder.